Zinswende als Katalysator: SNB hat geliefert
Die Schweizerische Nationalbank hat den Leitzins von 1.75% (Peak 2023) auf 0.25% (Anfang 2026) gesenkt – vier Schritte innerhalb von 18 Monaten. Der Effekt auf die Hypothekarzinsen ist spürbar: 10-jährige Festhypotheken fielen von über 3% auf rund 1.7%. Das hat die monatliche Belastung für Neukäufer erheblich reduziert und die Nachfrage reaktiviert.
Strukturelle Wohnungsknappheit bleibt bestimmend
In der Schweiz wurden 2024 und 2025 deutlich weniger Baubewilligungen erteilt als in den Vorjahren – bedingt durch Einsprachen, Fachkräftemangel im Baugewerbe und steigende Baukosten. Die Lücke zwischen Nachfrage und Angebot bleibt in Ballungsräumen ausgeprägt. Besonders Mietwohnungen im mittleren Preissegment sind knapp.
Regionale Differenzierung
Zürich und Zug: Preise stabil auf Rekordhöhe, Renditen unter 3%. Genf: Strukturell unterbewohntes Angebot, hohe Preise, politische Unsicherheit durch Mietrecht. Bern-Mittelland: Attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis, stabile Preise, 3–4% Rendite möglich. Ländliche Lagen: Selektive Entwicklung, stark abhängig von ÖV-Anbindung und Regionalwirtschaft.
Was Investoren und Käufer 2026 beachten sollten
Energetischer Zustand wird immer preisrelevanter: GEAK A/B-Objekte werden mit Aufschlag gehandelt, G-Objekte mit wachsendem Abschlag. Regulatorische Risiken im Mietrecht (Volksinitiative) könnten die Renditekalkulation verändern. Trotz tieferer Zinsen gilt: Kaufen Sie nicht, was Sie sich nicht leisten können. Die Tragbarkeitsregeln der Banken bleiben auf kalkulatorischen 5%.